Ein historisches Ereignis nimmt ein glückliches Ende Berlin als Trendstadt: Das Staatsballett Berlin bekommt seinen ersehnten, von ver.di abgesegneten Haustarifvertrag – Gerechtigkeit liegt demnach im Wertekanon weit vorn. Spendenaufruf fürs ballett-journal.de

hier im lila Mantel, bei der Vorbereitung einer Streik-Aktion.

Was lange währt, wird endlich gut. Ein Vertrag liegt vor, der die Mühen bei den Streiks des Balletts belohnt. Seit Karfreitag letzten Jahres gab es immer mal wieder bestreikte Ballettvorstellungen in Berlin – und insbesondere, wenn aufwändige Produktionen wie „Dornröschen“… Weiterlesen…

Wenn eine Frau die Seite wechselt Beatrice Knop erstreikte noch den neuen Tarifvertrag mit, wechselt aber jetzt von der Bühne in die Produktionsleitung vom Staatsballett Berlin – und präsentiert ihr Buch. Nur: „Die letzte deutsche Primaballerina“ ist sie ganz sicher nicht

Beatrice Knop erstreikte noch den neuen Tarifvertrag mit, wechselt aber jetzt von der Bühne in die Produktionsleitung vom Staatsballett Berlin – und präsentiert „ihr“ Buch. Nur: „Die letzte deutsche Primaballerina“ ist sie ganz sicher nicht

Sie ist ein weiblicher Tausendsassa unter den Ballettkünstlerinnen, wenn auch in traditionellem Verständnis. Das heißt: Beatrice Knop, gebürtige Berlinerin und an der Staatlichen Ballettschule Berlin in der DDR ausgebildet, tanzte mit großer Präzision einerseits und unnachahmlichem Ausdruck andererseits: und zwar… Weiterlesen…

Mit all seiner Lust und all seinem Schmerz 175 Jahre „Giselle“: Christopher Evans liefert beim Hamburg Ballett als wohl jüngster Hauptdarsteller dieses Stücks in der weltweiten Top-Liga eine absolute Neuinterpretation

Eine Neuinterpretation in "Giselle" ist nicht falsch.

Was wäre „Giselle“ ohne den Mann, den sie so liebt? Beim Hamburg Ballett triumphiert der erst 21-jährige Christopher Evans in der männlichen Hauptrolle dieses mysteriösen Liebesballetts, das 1841 in Paris uraufgeführt wurde und das John Neumeier 2000 fürs Hamburg Ballett… Weiterlesen…

Irrwitz und Behaglichkeit Jean Bellorini stellt Carmen-Maja Antoni und Georgios Tsivanoglou in „Der Selbstmörder“ von Nikolai Erdman auf die Bühne vom Berliner Ensemble

"Der Selbstmörder" ist mörderisch komisch.

Die meisten Menschen richten sich gern gemütlich ein, egal, ob die Verhältnisse um sie herum in Ordnung sind oder nicht. Semjon Semjonowitsch Podsekalnikow, dessen Name im Laufe des Abends noch einen irrversiblen Satirecharakter bekommt, ist hingegen ein eher verdrossener, bräsiger… Weiterlesen…

Schönheit, Scham und Schrecken Als würde man erstmals modernes Ballett sehen: Nacho Duato setzt mit „Herrumbre“ beim Staatsballett Berlin neue Maßstäbe. Folter, Lager, Terror, Trauer werden ohne reißerische Plakativität thematisiert

"Herrumbre" ist ein Ballett über Folter, Guantanamo und Hoffnung.

Es ist, als würde ich zum ersten Mal über ein Ballett schreiben. So etwas wie „Herrumbre“ habe ich nämlich noch nie vorher gesehen. Dinge, die man für unsagbar hielt, stehen einem da klar vor Augen. Emotionen, die als viel zu… Weiterlesen…

Eine Zeitzeugin des Balletts John Crankos Choreologin, die Ballettmeisterin Georgette Tsinguirides, feiert ihr 70-jähriges Dienstjubiläum beim Stuttgarter Ballett mit einem Buch

Ein nicht nur tolles Buch über eine tolle Frau.

Was für ein Leben zwischen Ballettstudio und Bühne, Studio und Zuschauersaal, Ballettsaal und nochmals Ballettsaal: Georgette Tsinguirides, 87, hat sicher mehr Beine und Arme in der choreografischen Sprache von John Cranko, dem Übervater des Stuttgarter Balletts, geschult als irgendjemand sonst.… Weiterlesen…

Glück und Unglück in indischen Liebesspielen Aaron S. Watkin verhilft „La Bayadère“ zu neuer Bravour: beim Semperoper Ballett

La Bayadère ist immer ein Renner.

Es ist ein Märchen und ein Anti-Märchen zugleich – denn in „La Bayadère“ („Die Tempeltänzerin“) wird die große Liebe versprochen und dennoch dafür bis ins Jenseits getanzt. Das Stück, 1877 in Sankt Petersburg uraufgeführt, spiegelt einerseits die Vernarrtheit der Romantiker… Weiterlesen…

Umarmungen mit segensreichen Widerhaken Das Stuttgarter Ballett zeigt mit „Forsythe / Goecke / Scholz“ zwei Arbeiten von 1991 und eine Uraufführung: ein erfrischend kantiges Programm

Manche Ballettabende sind ein Antidepressivum in drei Phasen.

Wenn man in einer melancholischen Stimmung ist, sollte man bloß nicht in eine klamottig-lustige Komödie gehen. Alle eindeutigen Witze erscheinen einem dann platt und primitiv – und deprimieren einen noch mehr, als man vielleicht sowieso schon ist. In einer Tragödie… Weiterlesen…

Der weiße Rausch Ein Traum aus Licht und Poesie: „Illusionen – wie Schwanensee“ von John Neumeier auf DVD - und in einer Top-Besetzung beim Bayerischen Staatsballett

John Neumeiers Version von Schwanensee ist ein Phänomen.

Der König ist eine tragische Figur. Sein erster Auftritt, im stummem Vorspiel, zeigt einen zermürbten Mann in einem Karnevalswams. Er ist  drauf und dran, seine Macht zu verlieren. Dunkelmänner aus dem Staatsapparat umzingeln ihn, und auch sein bester Freund –… Weiterlesen…

Die Musik ist der Urgrund von allem Das ist erstens nachweislich und zweitens wunderschön beim Staatsballett Berlin im Abend „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“ von Nacho Duato zu sehen

Nacho Duato ist ein Meister des Subtilen.

Ohne Rhythmik läuft gar nichts. Kein Strom fände seinen Weg aus der Höhe ins Tal, kein Baum würde das Rauschen mit den Blättern lernen. Kein Herz würde schlagen, kein Kreislauf pulsieren. Ohne Rhythmen gäbe es keine Melodien, und ohne Melodien… Weiterlesen…