Eine Primaballerina erzählt Irina Kolesnikova macht Lust auf authentische Klassik: mit „Schwanensee“ aus Sankt Petersburg in Berlin

Irina Kolesnikova tanzt in Berlin

Irina Kolesnikova erzählt im Ballett-Journal von ihrer Beziehung zu «Schwanensee», den sie Ende November in Berlin tanzen wird. Foto: SPBT

Ich heiße Irina Kolesnikova, und ich möchte mich Ihnen gern hier vorstellen. Denn wir tanzen Ende November in Berlin, im Admiralspalast, für Sie – und ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie zu uns kommen! Ich tanze seit einigen Jahren beim Sankt Petersburg Balletttheater, und dieses Ensemble ist es Wert, beachtet zu werden. Nicht nur, weil Sankt Petersburg die Wiege des klassischen Tanzes nach Agrippina Waganowa ist, sondern auch, weil unser Ballettensemble etwas so Besonderes ist. Es handelt sich nämlich um ein privates Theater, das erst seit 23 Jahren existiert. Insofern sind wir ein junges Ensemble.

Wir Künstler sind viel unterwegs: Wir tanzen pro Jahr ungefähr 250 Ballettaufführungen in der ganzen Welt, sind also viel auf Gastspielreisen, um den Tanz zu den Menschen zu bringen.

Irina Kolesnikova tanzt in Berlin

Ihre elegante Silhouette prägt den ausdrucksvollen Tanz, ohne steif zu wirken: Irina Kolesnikova verströmt das Flair der puren Klassik. Foto: SPBT

Unser Sankt Petersburg Balletttheater hat dafür die größten und schönsten klassischen Ballettwerke in seinem Repertoire. Und wir haben Ballettpädagogen aus dem ebenfalls in Sankt Petersburg angesiedelten, weltberühmten Mariinski Theater. Deren Aufgabe ist es, auf das hohe Niveau und auf den reinen Stil des Tanzes bei uns aufzupassen.

Unser Theater achtet außerdem sehr auf die Qualität des Bühnenbildes und der Kostüme! Und: All unsere Ballettaufführungen werden mit dem Live Orchester gespielt. Darauf sind wir wohl zurecht stolz. Das alles kann wirklich nicht jedes Tourneeballett von sich behaupten!

Irina Kolesnikova tanzt in Berlin

Große Gefühle, starke Live-Musik und ein überwältigender Gesamteindruck: «Schwanensee» mit Irina Kolesnikova entführt in eine Welt für sich. Foto: SPBT

Ich tanze mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Berlin nun bald den «Schwanensee» für Sie. Darauf freue ich mich.

«Schwanensee» war meine erste Hauptrolle. Es ist eine sehr schwierige Rolle, wie eine Prüfung für eine Ballerina. Von der technischen Seite her ist die Rolle schwierig, und zudem verlangt sie viel Stil und Ausdruck. Es ist aber wiederum auch reizvoll, dass man hier als Künstlerin zwei ganz verschiedene Charaktere zeigen kann, die doch zusammen hängen.

Es ist ja so: Jede Ballettschülerin träumt davon, «Schwanensee» zu tanzen, und ich war da keine Ausnahme. Es ist für mich so sehr interessant, diese zwei Rollen in einem Ballett tanzen zu können! Da ist die gutherzige Prinzessin Odette als weißer Schwan, und da ist der böse schwarze Schwan Odile – aber beide Frauen machen denselben Mann in sich verliebt.

Ich erinnere mich noch an meine ersten Gedanken, als ich für Odette und Odile erstmals besetzt worden war. Es war natürlich viel Freude dabei, ach, aber auch Aufregung – und so eine Art von Prüfungsgefühl gegenüber den eigenen Kapazitäten.

Mittlerweile habe ich an Sicherheit dazu gewonnen. Ich kann es nicht in Zahlen ausdrücken, aber Odette / Odile ist nach wie vor eine meiner größten und wichtigsten Partien. Insgesamt habe ich schon sehr oft «Schwanensee» getanzt, da es die Lieblingsballettauführung von jedem Publikum ist.

Ich mache es immer wieder so sehr gern, immer wieder!

Ballett und Ballett sind nicht immer dasselbe

Auch der „Schwanensee“ verliert nie seinen magischen Zauber, wenn er so getanzt wird wie vom Sankt Petersburg Balletttheater: technisch hoch präzise, aber niemals kalt oder ausdrucksarm. Ganz großes russisches Ballett – und so echt und authentisch wie die Primaballerina Irina Kolesnikova! Nichts wie hin: www.schwanensee-29.11.de und www.schwanensee-30.11.de (Bildmaterial / Anzeige vom SPBT)

Die klassische Fassung von «Schwanensee»ist aber auch die Krönung der Ballettkunst. Es gibt viele Versionen dessen, aber normalerweise ändern die Choreografen zum Beispiel nicht die Szene mit den Schwänen, in der traditionellen Choreografie von Lew Iwanow. Die ersten und die letzten Akte werden eher geändert. Es gibt ja auch ganz moderne Versionen, in denen man die Musik mit der Choreografie völlig anders zusammenstellt. Das könnte auch spannend sein, aber mir ist aufgefallen, dass die klassische Version immer vom Publikum angefragt wird. Immer!

Mir geht sie auch sehr nahe, diese pure Klassik, sie ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Und ich habe auch für mich meine Lieblingsmomente darin. Natürlich möchte ich auch mal moderne Rollen tanzen, so wie «Manon» oder «Die Kameliendame». Aber «Schwanensee» steht als Ballett an erster Stelle für mich! Die Choreografie ist so genial, und auch die Szenerie mit den weißen Schwänen ist so fantastisch erdacht. Da ist viel Lyrik, viel Expression.

Irina Kolesnikova tanzt in Berlin

Perfektion spiegelt sich in jedem Detail: Das Sankt Petersburger Balletttheater ist Gastspiele gewohnt und freut sich, «Schwanensee» in Berlin zu zeigen. Foto: SPBT

Und die Geschichte ist zudem ganz einfach zu verstehen – es ist eine Ballettaufführung für die ganze Familie.
Protokoll: Gisela Sonnenburg

Eine tolle Alternative zum Staatsballett Berlin, das an diesen Tagen keine Vorstellung hat:

«Schwanensee» aus Sankt Petersburg mit Live Orchester: am 29. und 30. November 2017 im Admiralspalast in Berlin, am 29. November mit Irina Kolesnikova!

Tickets bitte hier: www.schwanensee.de

www.irinakolesnikova.com/shedl/?lang=eng

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