Stolzer Mann, schamhafte Reue John Neumeiers „Giselle“: eine eigenwillig modernisierte Version, radikalisiert, stark moralisch. Aktuelle Besetzungen geben zudem Ausblicke auf die kommende Spielzeit. Und bei den 41. Hamburger Ballett-Tagen reüssierte die Romantik per se!

Giselle - die tragische Geschichte einer Liebenden.

Am Ende des ersten Aktes liegt Giselle tot am Boden. Dieses Zwischenende ist wie immer. Ansonsten aber ist vieles anders, seit John Neumeier im Jahr 2000 seine modernistische Fassung des romantischen Ballettklassikers schuf. Sie beginnt alptraumhaft mit der stilisierten Todesszene,… Weiterlesen…

„Alles Cranko!“ – oder was? Der neue, vierteilige Abend beim Stuttgarter Ballett setzt ganz auf die Potenz des sanften schwulen Patriarchen John Cranko

John Cranko war kein Einzelfall.

Vor ihm war die Bundesrepublik Deutschland eine Ballettwüste: John Crankos Verdienste sind unbestritten. Dennoch passt so eine schwülstige Ausdrucksweise irgendwie gar nicht zu dem sensiblen Schwulen, der im Ballettsaal rauchte und auch nicht immer ganz nüchtern war: Das Genussmittel Alkohol… Weiterlesen…

Wie jung sind Romeo und Julia? Bejubelte Debüts in Hamburg: Jacopo Bellussi und Emilie Mazoń in „Romeo und Julia“ – und Alexandr Trusch mit Hélène Bouchet im selben Neumeier-Stück

Romeo und Julia sind jung, aber zu allem entschlossen.

Sie sind das jüngste Liebespaar der Weltgeschichte der Literatur – und zugleich das berühmteste. „Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche!“ – so lautet eines der Zitate aus dem Stück, die zu geflügelten Worten wurden. Und obwohl das Libretto… Weiterlesen…

Zwei Mal das helle Glück Die Ballerinen Ivy Amista und Katherina Markowskaja tanzen beim Bayerischen Staatsballett oft dieselben Rollen – und sind doch ganz unterschiedlich

Zwei Ballerinen, ein Temperament.

Wenn Balletttänzerinnen das pure Glück verkörpern, wenn sie das Licht und die Wärme auf die Bühne bringen, wenn sie sozusagen von innen her leuchten und darum wie nebenbei wahre Sonnenschein-Allegorien darstellen, dann treten in München beim Bayerischen Staatsballett oftmals Ivy… Weiterlesen…

Wenn das Vorspiel nicht nur Nebensache ist Das Ausnahmeballett „Préludes CV“ von John Neumeier beim Hamburg Ballett

Préludes CV agiert nicht privatistisch, ist aber privat inspiriert.

Mitunter ist das Vorspiel das Schönste vom Ganzen: spielerisch, verlockend, lustvoll – und ohne Leistungsdruck. Vielleicht darum nannte der Hamburger Chefchoreograph John Neumeier das kompliziert-persönliche Tänzerballett, das er zu Kammermusiken („Präludien“) von Lera Auerbach schuf, an den Musiktitel angelehnt „Préludes… Weiterlesen…

Es ist alles ein Geben und Nehmen John Neumeier im Ballettzentrum Hamburg zu dessen 25-jährigen Jubiläum – und zuvor im Allianz Forum in Berlin

Ballett ist auch ein Nehmen und ein Geben.

Es gibt da eine Szene, die dem Choreografen und Gründer des Hamburg Balletts, John Neumeier, seit Jahrzehnten so präsent ist, als habe er sie immerzu und gerade eben erst wieder erlebt: „Sie saß in halb liegender Stellung auf einem Sofa,… Weiterlesen…

Stets gut im Gedächtnis 25 Jahre Bayerisches Staatsballett: Die FestWoche 2015 beginnt mit dem fetzigen Richard Siegal und führt über „Onegin“ und „Les Ballets Russes“ zu „Sekt und Suppe“ mit der deutschen Tanztheatergeschichte

Die FestWoche 2015 feiert Versöhnung zwischen Klassik und Moderne.

Der Stellvertretende Ballettdirektor hat alle Hände voll zu tun. Sein Assistent kommt herein, eine bildnerische Vorlage muss stark verkleinert werden, und niemand weiß, wie das gehen soll. „Dass müsst ihr von DIN A 4 auf DIN A 5 verkleinern, das… Weiterlesen…

Tanzkunst mit Tiefenschärfe „Ivan Liška. Tänzer – Die Leichtigkeit des Augenblicks“ von Dagmar Ellen Fischer

Ivan Liska - Tänzer, Choreograf, Ballettdirektor.

Wer kennt Ivan Liška und mag ihn nicht? – Das ist überhaupt nicht möglich! Der 1950 in Prag geborene Tänzer, Choreograf und Direktor des Bayerischen Staatsballetts hat eine Ausstrahlung und einen Charme, dabei eine Intelligenz und ein Weltverständnis, welche zusammen… Weiterlesen…

Steinbruch-Tänze Ostern mit dem „Messias“: Beim Hamburg Ballett blühen drinnen die Neurosen und draußen die Kirschblüten

www.hamburgballett.de

Es gibt Menschen mit Charakter in dieser Gesellschaft, die sich wegen ihrer Armut umbringen. Gegen diesen Skandal kann Ballett nicht wirklich helfen. Aber um zu erkennen, was die Welt jenseits von Physik und Geld im Innersten zusammen hält, ist Ballett… Weiterlesen…

Helfen, Halten, Heilen Das Hamburg Ballett bietet mit „Messias“ von John Neumeier eine Art Osterspiel. Man kann es auch als Plädoyer für den Fruganismus sehen

Eine Chance für das Gute erbittet John Neumeiers "Messias".

Wann, wenn nicht zu Ostern, soll der richtige Zeitpunkt sein, um sich mit dem Thema Schuld und Sühne auseinanderzusetzen? Menschen versagen, tun einander Unrecht an – und denken viel zu selten darüber nach, was sie alles verpatzt, vergurkt, vermasselt haben.… Weiterlesen…