Reid Anderson feuert Stardirigenten Mikhail Agrest, international bekannter Stardirigent, war nur ein Jahr lang Musikdirektor beim Stuttgarter Ballett – dann spielte Ex-Ballettintendant Reid Anderson den Superboss

Reid Anderson feuerte Mikhail Agrest beim Stuttgarter Ballett

Mikhail Agrest auf seiner Homepage www.mikhail-agrest.com – sein Lächeln aus glücklichen Tagen begleitete ihn vor einigen Wochen auch zur Orchesterprobe beim Stuttgarter Ballett. Was dann kam, war ein Schock für ihn. Faksimile: Gisela Sonnenburg

Es ist schon ein paar Wochen her. Bei einer Bühnenprobe für John Crankos Ballett „Onegin“ stießen zwei künstlerische Positionen aufeinander. Reid Anderson, aus Kanada stammender Ex-Intendant vom Stuttgarter Ballett und derzeit als graue Eminenz und Coach tätig, war mit dem Tempo, das der deutlich jüngere russische Stardirigent Mikhail Agrest musikalisch vorgab, überhaupt nicht einverstanden. Doch Agrest hatte gute Gründe, nicht alles so zu machen, wie Reid Anderson es seit etwa 50 Jahren unverändert haben will. Die „Onegin“-Partitur von Kurt-Heinz Stolze, die auf der Grundlage von Werken von Peter I. Tschaikowsky entstand, lässt hingegen genügend Spielraum, um auch mal Spitzen auszureizen. Reid Anderson, 72, war jedoch nicht gewillt zu diskutieren. Als Agrest vom Orchester auch noch Applaus für seinen Widerstand gegen Andersons Diktat erhielt, war das Maß für den alten Ballettdoyen voll. Kurzerhand ließ er Agrest rauswerfen, und der Stardirigent, der unter anderem am Covent Garden in London, am Mariinsky Theater in Sankt Petersburg und an der Semperoper in Dresden Triumphe feiert, wurde wie ein Krimineller hinausgeführt. Es folgte die schriftliche fristlose Kündigung nebst Hausverbot. Darf und soll man so mit angesehenen Künstler:innen im 21. Jahrhundert umgehen? Ist das mit der Tradition des menschenfreundlichen John Cranko zu vereinbaren? Und mit dem deutschen Arbeitsrecht?

Die Geschichte wird derzeit wie oben geschildert an den Stuttgarter Theatern kolportiert. Offiziell gibt es vom Haus noch keinerlei Verlautbarung dazu. Auch Tamas Detrich, aktueller Ballettintendant, möchte sich derzeit noch nicht dazu äußern. Aber auf der Homepage vom Stuttgarter Ballett fehlt seit neuestem die Position des Musikdirektors, die von 1984 bis 2020 von James Tuggle bekleidet wurde. Sein Nachfolger, der brillante Agrest, war offenbar zu sehr Künstler, um in der starren Hierarchie vom Stuttgarter Ballett zu überdauern.

Endlich tanzen sie wieder, die Stars aus Kuba vom BALLET REVOLUCÍON ! Zu Songs, die man nie vergisst, mit einer Show, die einmalig ist! Darum sollte man sich jetzt unbedingt seine Tickets sichern! Ab 18. Januar 22 tanzt die tolle Truppe in Stuttgart! Ab 12. April 22 in Frankfurt! Und ab 19. April 22 in München! Hier bitte klicken und mehr erfahren – oder auch gleich buchen! Abb.: Promo

Mikhail Agrest ist Sohn zweier Musiker, kommt aus der Musikmetropole Sankt Petersburg, er studierte in den USA und in Russland – und er hat beste Referenzen. Er lernte unter anderem bei Josef Gingold, Ilya Musin und Mariss Jansons und dirigiert seit 2001 am Mariinsky Theater.

Opern und Ballette sind seine Spezialität. Er beglückte schon den ehemaligen Bolschoi-Chef und Starchoreografen Alexei Ratmansky am Pult, und auch in Stuttgart ist Agrest kein Neuling.

Reid Anderson feuerte Mikhail Agrest beim Stuttgarter Ballett

Mehr ein freundlicher Gemütsmensch als ein zorniger Quirl: Mikhail Agrest (3. von links in der vorderen Reihe) mit dem Stuttgarter Ballett beim Schlussapplaus von „Mayerling“ von Kenneth MacMillan. Foto: Gisela Sonnenburg

So dirigierte er mit sehr großem Erfolg die Wiederaufnahme von „Mayerling“ von Kenneth MacMillan in der neuen Ausstattung von Jürgen Rose. Das war im Mai 2019, das Ballett-Journal berichtete. Gerade das hervorragende Zusammenspiel von Musik und Tanz sowie die gekonnte Steigerung der musikalischen Spannung waren bei dieser Premiere aufgefallen.

Auch Crankos „Romeo und Julia“ sowie „Die Kameliendame“ von John Neumeier hat Agrest fürs Stuttgarter Ballett schon dirigiert. Beides sind Vorzeigestücke, Signaturstücke der Company, die einst auch in Stuttgart uraufgeführt wurden.

Bisher machte Agrest, der zu Beginn der Saison 2020/21 sein Amt als Musikdirektor beim Stuttgarter Ballett antrat, dort einen rundum hervorragenden Job.

„Auch Reid Andersen hat meine Arbeit als Dirigent in den letzten drei Jahren bei zahlreichen Gelegenheiten gelobt“, sagt Mikhail Agrest. Für die Position als Musikdirektor vom Stuttgarter Ballett hatte er seinen Wohnsitz von Sankt Petersburg nach Stuttgart verlegt.

Gedankt wurde ihm das nicht. Agrest: „ Es gab zwei künstlerische Gespräche über zwei Momente während der Bühnen- und Orchesterprobe, die gehören zum normalen künstlerischen Prozess dazu.“ Er sagt, er habe sich stets angemessen respektvoll gegenüber Tamas Detrich und Reid Anderson verhalten, er sei voll der Anerkennung aller Leistungen, die gerade Anderson für die Ballettwelt erbracht habe.

Aber sein Rauswurf sei für ihn ein Schock, sagt Agrest: „Den Grund für die Eskalation habe ich nicht gesehen, was folgte, war für mich ein totaler Schock.“

Reid Anderson feuerte Mikhail Agrest beim Stuttgarter Ballett

Noch einmal Mikhail Agrest, ganz bescheiden inmitten des Stuttgarter Balletts, nach „Mayerling“ am 18. Mai 2019 beim Schlussapplaus. Agrest ist nicht gerade das, was man einen despotischen Maestro nennen kann! Foto: Gisela Sonnenburg

Es ist in der Tat nicht üblich, in der vornehm parfümierten Welt der Oper und des Balletts einen gefeierten Künstler aus nichtigem Anlass mal eben so rauswerfen zu lassen.

Schließlich hat Agrest Anderson nicht verprügelt und war auch sonst nicht gewalttätig.

Agrest hat nicht mal den Ablauf der Probe behindert. Für den Austausch gelegentlich unterschiedlicher Ideen muss bei einer solchen Probe Zeit sein. Wie sonst soll sich die Kunst weiter entwickeln?

Es ist in der Tat nicht anzunehmen, dass Mikhail Agrest bei seiner internationalen Erfahrung die Aufführungen des „Onegin“ in Stuttgart ruiniert hätte. Im Gegenteil: Wenn er ebenso wie bei „Mayerling“ der ganzen Sache einen eigenen Drive gegeben hätte, so wäre das dem künstlerischen Erfolg der Aufführungen höchst zuträglich gewesen. Und dafür hat man ihn ja wohl engagiert.

Aber Reid Anderson gab ihm keine Chance. Es ist richtig, dass die Probenleitung das letzte Wort hat, wenn es um künstlerische Entscheidungen geht. Aber es ist auch üblich, sich mit Argumenten und Vorschlägen ebenfalls führender Künstler:innen auseinanderzusetzen – und gegebenenfalls eine Neuheit aufzugreifen.

Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass die musikalischen Rechte an der Partitur bei den Erben von Kurt-Heinz Stolze liegen.

Die Methode „Kopf ab“ ist keine demokratische Maßnahme, um berechtigtem Widerspruch zu begegnen, nicht mal und gerade nicht in den höheren Etagen der Weltkunst.

Die Herren Anderson und Detrich scheinen sich in ihrer Eitelkeit als willkürliche Herrscher zu sehen. Schlimm.

Wenn hier nicht eingeschritten wird, meldet unsere Kultur doch zivilisatorischen Bankrott an.

Die Seele eines hochrangigen Künstlers wurde geknickt wie ein Grashalm. Ist das nun das neue Verständnis vom kulturellen Umgang miteinander in Stuttgart?!

Reid Anderson feuerte Mikhail Agrest beim Stuttgarter Ballett

Mikhail Agrest, wie man ihn kennt und schätzt: ein souveräner, eleganter, kreativer Könner der Klassik. Weil das Stuttgarter Ballett ihm die Position des Musikdirektors überschrieb, kam er fest nach Deutschland. Wieso wirft Reid Anderson ihn nun raus? Das ist ein Politikum nicht nur für Stuttgart. Foto: Daniil Rabovsky

„Ich verließ meine bisherige Heimat, Sankt Petersburg, nach 25 Jahren, um nach Stuttgart zu ziehen“, sagt der Dirigent. Und er sei „wirklich glücklich, hier zu leben“, so Agrest weiter, der sich der schwäbischen Mentalität von Gründlichkeit gern und gut unterordnete. Das Klischee vom heißblütigen Russen greift hier nicht: Agrest ist jemand, der außerordentlich durchdacht auftritt. An sich passte er damit vorzüglich zur schwäbischen Lebensart.

Seine Stelle als Musikdirektor in Stuttgart wählte er aber nicht, weil ihm die Schwäbischen Maultaschen so gut munden. Sondern weil er ein Herz für die Kunst hat. Er wollte dem Stuttgarter Ballett weiterhin seine großen Erfolge sichern. Dazu sind gelegentliche Innovationen unabdingbar.

Auch wenn selbstherrliche alte Männer das möglicherweise gar nicht wahrhaben wollen.

„Ich war stolz, ein Teil der Ballettcompany zu sein, sie hat mich wirklich begeistert“, sagt Agrest mit einer Mischung aus Zorn, Respekt und Trauer.

Auch die Stuttgarter Musiker:innen kann er nur loben, wiewohl er sie unter so widrigen Umständen verlassen musste: „Die Musikalität des Staatsorchesters, seine Bereitschaft, über die reinen Noten hinauszugehen, ließen mich jeder Probe und Aufführung mit Freude entgegensehen.“ Er vermisst seinen Job schon jetzt.

Auch das Orchester dürfte ihn vermissen. Agrest ist ein Könner, jemand, der mit jeder Faser seines Seins und mit großer Hingabe dirigiert. Nicht umsonst jubelte ihm das Publikum in der Met in New York ebenso zu wie eben in Stuttgart.

Für ihn gehört seine eigentliche Zukunft in Stuttgart jedoch schon zur Vergangenheit.

Aber die Opern- und Ballettkunst braucht Kräfte wie ihn, um sich zu erneuern. Man kann nicht immer alles so machen wie früher. Gerade eine Partitur für Tanz benötigt neben der Tradition auch die Freiheit der Kunst und ihrer Interpretation: um auch bislang überhörte Nuancen der Partitur hörbar zu machen.

Unterstützen Sie das kleine, tapfere journalistische Projekt Ballett-Journal! Spenden Sie! Sie tun damit wirklich Gutes für die Kunst – und für die Wahrheit und Wahrhaftigkeit. 

Kunst muss schillern und in allen Facetten funkeln dürfen.

Reid Anderson sollte das ebenso wissen wie Tamas Detrich.

Anderson ist Ehrenmitglied beim Stuttgarter Ballett. Mittlerweile wird er aber mehr ein wandelnder Skandal. Er hat das Glück, dass sein Lebensgefährte Dieter Gräfe alleiniger Inhaber der kostbaren Cranko-Lizenzen ist. Damit sind die beiden reich, berühmt und mächtig – egal, ob Anderson noch gute Arbeit leistet oder doch besser in den Ruhestand gehen sollte.

Beim Staatsballett Berlin, wo das Stuttgarter Ballett seit langem die Cranko-Aufführungen mit kuratiert, zeigte Reid Anderson kürzlich eine nicht nur eine glückliche Hand bei den Besetzungen. Das Ballett-Journal hat auch hierüber schon berichtet.

So tanzte erstmals der junge Ensembletänzer Alexander Bird die wichtige Partie des Lenski in Crankos „Onegin“ – und war damit hoffnungslos überfordert. Es war schon peinlich zu sehen, wie das renommierte Hauptstadtballett, das den „Onegin“ seit über einem Jahrzehnt in etlichen Besetzungen furios tanzt, dank einer solcher Fehlentscheidung von Reid Anderson kurzzeitig auf das Niveau ungeprobt wirkenden Laientheaters herunterpurzelte.

Die Schlüsselszene, in der Lenski den Titelhelden Onegin zum Duell fordert, ist keine tänzerische Techniksache, sondern muss schauspielerisch bewältigt werden. Alexander Bird wurde von Reid Anderson aber offensichtlich völlig unzulänglich eingearbeitet.

Und auch der Berliner Starballerino Dinu Tamazlacaru wirkte bei seinem Debüt als Titelheld in „Onegin“ streckenweise durchaus schlecht gecoacht.

"Onegin" beim Staatsballett Berlin

Aya Okumura als Tatjana und Dinu Tamazlacaru als „Onegin“ nach ihren Rollendebüts im September 2021 mit dem Staatsballett Berlin beim Schlussapplaus. Foto: Gisela Sonnenburg

Bei einer Ballszene wusste Tamazlacaru anscheinend nicht, was er machen sollte, und auch in den Pas de deux vergab er Punkte durch unzulängliche Einstudierung. Glück für ihn, dass seine junge, aufstrebende Bühnenpartnerin Aya Okumura als Tatjana mit ihrer Rollenvorgängerin Nadja Saidakova – die heute in Berlin Ballettmeisterin ist – vorzügliche Arbeit geleistet hat und ihre Partie superbe interpretierte.

Aber das war offenkundig nicht das Verdienst von Reid Anderson.

Und jetzt wirft so eine gealterte Ex-Koryphäe einen Hoffnungsträger der klassischen Ballettmusik einfach raus, weil der jüngere Mann es wagte zu widersprechen?

Es wird Zeit zu gehen, Reid Anderson.

Billig dürften die Allüren von Anderson für die Stadt Stuttgart übrigens auch nicht werden.

Agrest hat selbstverständlich rechtlichen Beistand gewählt und hat gute Chancen, sich mit einer sehr hohen Abfindung und auch einer angemessenen Entschädigung als Sieger des Disputs zu sehen.

Den Verlust seiner Anstellung – die für ihn weiß Gott mehr als nur Broterwerb war – und  auch die Erfahrung eines grauenvollen Vertrauensverlustes sollte ihm das Stuttgarter Ballett in Gold aufwiegen müssen.

Und eigentlich erwartet man als Außenstehende:r auch eine offizielle Entschuldigung, die sich an ihn richten sollte. Wenn schon nicht von Tamas Detrich – der sich in seinem Ballettmeistergehirn dafür womöglich zu schade ist – so doch vom alten Mann Reid Anderson selbst, der einsehen sollte, dass er nicht mehr auf der Höhe seiner Kompetenz ist.

Die John Cranko Stiftung ist kein Knüller

So sieht die aktuelle Presseerklärung vom Stuttgarter Ballett zur Stiftungsgründung aus: Es gibt zwar die neue John Cranko Stiftung, aber woher sie langfristig ihr Geld beziehen soll, bleibt unklar. Faksimile: Gisela Sonnenburg

Denn auch die Gründung der John Cranko Stiftung, die Reid Anderson erst letzte Woche in Stuttgart bekannt gab, geriet zu einer Peinlichkeit. Dabei wurde zu Spenden aufgerufen, obwohl kein entsprechendes Konto bekannt gegeben werden konnte. Da wurde zudem lauthals verkündet, die John Cranko Schule (die Kaderschmiede des Stuttgarter Balletts) werde künftig von den Lizenzgeldern der Cranko-Stücke profitieren – aber wegen der ablaufenden Schutzfrist und der Regelung, dass zunächst Anderson selbst die Lizenzrechte erben solle, bevor sie an die Stiftung gehen, schrumpft die Wahrscheinlichkeit für ein  lukratives Erbe für die Schule gen Null. Das Ballett-Journal hat hierzu bereits berichtet.

Und jetzt verliert das Stuttgarter Ballett auch noch seinen besten Musiker!

Für das Publikum ist es doppelt und dreifach schade, dass sich ein Ex-Ballettintendant als Superboss aufspielt. Dabei hat er im Stuttgarter Opernhaus ja nicht mal mehr das Hausrecht.

Aber mit Tamas Detrich hatte sich Anderson beizeiten einen Zögling als Nachfolger erkoren, der ihm anscheinend grenzenlos hörig ist. Will man so etwas in Deutschland? Schattenintendanten?

Innovationen werden so verhindert – und das Geld, das der Krach mit Agrest letztlich kostet, wird im Budget der Jahreskasse fehlen.

Von den künstlerischen und Image-Schäden ganz zu schweigen.

Bleibt abzuwarten, was für ein weiteres öffentliches Echo die Sache findet.

Wenn die deutsche – vor allem die schwäbische – Presse nicht nur von Konzernen wie Porsche, dem Hauptsponsor des Stuttgarter Balletts, beherrscht wird, rollt hier ein Skandal an.

Hier ist auch die Politik gefragt. Und zwar dringend!

Dürfen sich Ehrenmitglieder eines deutschen Staatstheaters wirklich solchermaßen aufführen wie verwöhnte Fürsten? Dann muss man Deutschland und vor allem Baden-Württemberg ein Armutszeugnis ausstellen. Zwingend.

Mikhail Agrest ist zu bedauern. Er hat nicht gewusst, wie kleinkariert und konfliktscheu das weltberühmte Stuttgarter Ballett in seiner inneren Struktur geworden ist.

Tamas Detrich wiederum macht die dümmste Figur, die ein Ballettintendant überhaupt nur machen kann. Er scheint nicht mal der Herr im eigenen Haus zu sein, und um den Betriebsfrieden zu wahren, ist er wohl der letzte, der dazu geeignet sein könnte. Ist er denn mehr als ein Anhängsel des schier allmächtigen, durch private Partnerschaft mit Gräfe am Geldtopf der Cranko-Lizenzen hängenden Reid Anderson?

Und wo bleibt übrigens Dieter Gräfe? Er, der stets im Hintergrund bleibt, ist doch die zentrale Figur, wenn es um die Rechte geht, John Cranko aufzuführen. In Berlin war er vor wenigen Monaten zu sehen und machte nicht den Eindruck eines handlungsfähigen Menschen. Eher hatte man bei dem hinfälligen, wortkargen Mann die deutliche Vorstellung, dass er nicht mehr mündig sei. Ist er überhaupt noch geschäftsfähig?

Die eigentliche Verantwortung für das Agrest-Desaster trägt jedoch neben Reid Anderson auch Tamas Detrich. Er hätte Anderson nicht alles durchgehen lassen dürfen. Ganz jung ist Detrich, der nur höchst ungern über sein Alter spricht, übrigens auch nicht mehr.
Gisela Sonnenburg

www.stuttgarter-ballett.de

 

 

 

ballett journal