Vorspiel für Heiligabend „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saens zeigt in der Inszenierung von Damián Szifron an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin den Freiheitskampf der alttestamentarischen Hebräer:innen

"Samson et Dalila" in Berlin

Die Philister als blutrünstiges Volk in „Samson et Dalila“ an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Hier der Statthalter von Gaza (Jongmin Park), umgeben von seinen Anhängern mit aufgespießten Köpfen getöteter Hebräer. Im Vordergrund von hinten zu sehen: Samson. Foto: Matthias Baus

Liebe und Täuschung, Hass und Gewalt, Betörung und Folter, aber auch Hoffnung und sogar Rache: „Samson et Dalila“ („Samson und Dalila“) hat viel mit unserem Gerechtigkeitsgefühl zu tun, aber auch mit enorm interessanten Emotionen in der Liebe. Die Oper von Camille Saint-Saens, zwischen 1868 und 1877 entstanden, trifft genau die psychologische Realität vieler Menschen, die von der Liebe – oder auch von anderen Personen, denen sie vertrauten – enttäuscht sind. Das Opernstück, das nicht nur dem biblischen Vorbild einer Saga aus dem „Buch der Richter“ im Alten Testament folgt, vereint eine tragische Leidenschaft mit den geschichtlichen Vorgängen um die Befreiung des Volks der Hebräer. In der vorzüglichen  Inszenierung von Damián Szifron mit dem schlüssigen Bühnenbild von Étienne Plussentsteht eine stimmige vorchristliche Atmosphäre mit Wüsten-Flair auf der Bühne der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Passend zum 100. Todestag des Komponisten Saint-Saens am 16. Dezember 21 bahnt sich hiermit zugleich ein unkonventionelles Vorspiel für Heiligabend an. Die Handlung wird überraschenderweise ganz ins nächtliche Outdoor verlegt, damit der mal knallhelle, mal orangerote Vollmond sowie das Sternenzelt prächtig leuchten können. Wenn nicht gerade quellende Wolken den Nachthimmel nachgerade mystisch aussehen lassen. Zugleich suggerieren die Turmhäuser aus Lehm mit wenigen glühenden Fackeln auf der Bühne ein nachgerade authentisches Fluidum. Zu dieser Szenerie bezaubert die geniale Musik von Saint-Saens, von der Staatskapelle Berlin unter Thomas Guggeis und vom Staatsopernchor unter Martin Wright mit bester Hingabe und filigraner Nuancierung interpretiert. Der männliche Titelheld Samson, den Startenor Andreas Schager mit einer virtuosen Passion singt und spielt, die ihresgleichen sucht, sowie seine Geliebte und Verräterin Dalila, vom kommenden Superstar Anna Lapkovskaja tadellos schön und dennoch düster schillernd vorgezeigt, bilden die Spitze einer Solist:innenriege, die das Prädikat „absolut hervorragend“ verdient. Bestimmt gab es Unwägbarkeiten zu bewältigen, zumal Lapkovskaja für die erkrankte Elena Garanca eingesprungen war. Aber gerade daran misst sich die hohe Qualität eines Opernhauses: Dass es neue Stars vorstellen kann – und zudem ein vorzügliches Teamworking mit bis in die Nebenrollen exquisit besetzten Künstler:innen zeigt.

"Samson et Dalila" in Berlin

Viel begeisterter Schlussapplaus für die Künstler:innen nach „Samson et Dalila“ in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Foto: Franka Maria Selz

Diese Oper ist aber auch ein Juwel! Schon die Ouvertüre reißt mit, entführt in mediterrane Gefilde, in Hitze und Visionen von plätschernden Wogen.

Thomas Guggeis entlockte der Partitur mithilfe seiner Orchesterkoryphäen Passagen, die fast an Philip Glass erinnern.

Aber auch die romantischen Tiefen der Musik, die hörbares dramatisches Ringen mit lyrischen Höhenflügen des Entzückens zu einen weiß, erfüllen den Zuschauersaal.

Was für ein Auftakt!

Szenisch beginnt es mit der Trauer um ein totes Kind. Da die Geschichte praktisch im Gaza-Streifen spielt, erinnert man sich unweigerlich an den gegenwärtigen Konflikt der Palästinenser und der Israelis. Da muss die Inszenierung gar nichts pushen, und man ist dankbar, dass auch die ansprechend ästhetischen Kostüme von Gesine Völlm feinfühlig die historisch gemeinte Situation auf der Bühne erfassen.

Frisuren und Gewänder könnten von einem Gemälde aus der Zeit der Romantik stammen, und dennoch wirken sie auch so „echt“ wie etwa in einem gelungenen Kinofilm.

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Das somit optisch sehr gut unterstützte Konzept der Inszenierung trägt, gerade weil die Regie des Argentiniers Damián Szifron darauf verzichtet, sich einfach nur wild auszutoben und die Bühnentechnik so viel wie möglich die Regie ersetzen zu lassen.

Szifron, Jahrgang 1975, arbeitet figurenpsychologisch und handwerklich sauber, und damit hat er das Publikum wie den intelligenteren Teil der Kritiker:innen stets auf seiner Seite.

Die Hebräer:innen, die hier das leidende auserwählte Heldenvolk verkörpern, zeigt er zugleich als unterjochtes und von dieser Unterjochung gezeichnete Menschengruppe.

"Samson et Dalila" in Berlin

Eine Felswand verbirgt das heimliche Liebeslager von Samson und Dalila, hier in der Premierenbesetzung mit Elena Garanca zu sehen. Foto von der Staatsoper Unter den Linden: Matthias Baus

Ihre große Hoffnung ist Samson, dem Gott übermächtige Kräfte verlieh, damit er sein Volk von der Verknechtung durch die Philister befreie.

Die Philister sind hier nicht die halbgebildeten Kleinbürger, als welche sie in unseren Sprachgebrauch des Alltäglichen eingingen.

Im Opernlibretto bilden sie vielmehr jenes Volk, das sich laut der Bibel immer wieder erbitterte Kämpfe mit seinen Nachbarn lieferte und diese oftmals aufgrund militärisch-technischer Überlegenheit gewann.

Allerdings trug diese Bedrohung durch die Philister auch zur Einigung der zuvor in verschiedene Stämme aufgeteilten Hebräer bei. Das ist ein Teilaspekt der geschichtlichen  Perspektive.

In „Samson et Dalila“ geht es zunächst um die Aufgabe des besonderen Einzelnen.

Samson kommt auf die Bühne, einen erlegten Büffel hinter sich herziehend. Man sieht gleich: Normalerweise könnte kein Mensch allein das tonnenschwere tote Tier bewegen. Samson aber kann. Mehr noch: Sein Gesang rührt und bewegt, weckt den Widerstandsgeist in seinen Gefährt:innen, und wenn es zum Kampf kommt, dann erledigt er fünf auf einen Streich.

Dabei haben auch seine Gegenspieler viel zu bieten.

Jongmin Park als Statthalter von Gaza begeistert mit seinem vollen, kräftigen, dennoch zart ausgestaltenden Bass. Hätte Saint-Saens um diesen Sänger gewusst, er hätte ihm weitere Arien geschrieben!

Eine große Überraschung ist der Tenor mit tiefen, gutturalen Tönen, der den Boten der Philister singt: Javier Bernardo. Er, der auch Songwriter und Chansonnier ist, frappiert vom ersten Ton an – und auch für ihn gilt, dass Saint-Saens für ihn womöglich mehr komponiert hätte, wenn er diese Stimme gekannt hätte.

Bernardo stammt aus Lima und hat soviel männlichen Schmelz in der Stimme, dass er als Bote definitiv unterbesetzt ist. Nicht nur von Anna Lapkovskaja, sondern auch von ihm wird man hoffentlich noch viel hören!

"Samson et Dalila" in Berlin

Michael Volle als Oberpriester der Philister: machtvoll und listig. Foto: Matthias Baus

Aber auch Michael Volle als Oberpriester des Dagon und damit als eigentlicher Gegenspieler zu Samson zieht alle Register, füllt seine Partie mit funkelndem Charakter.

Er demonstriert Macht, er verwaltet die Religion der Philister, die hier blutrünstig und opfergeil inszeniert ist.

Anders als in der Bibel ist auch Dalila hier keine nur habgierige, sondern vor allem eine gläubige Person: Sie ist sogar derart in Liebe zu ihrem Gott Dagon befangen, dass sie aus diesem religiösen Fanatismus die Kraft holt, um Samson zu becircen, zu verführen, zu verraten.

Und das, obwohl sie ihn aus tiefstem Herzen hasst!

Die Mischung aus Hass und Liebe, die sie ihm als Lockmittel serviert, verfehlt ihre Wirkung nicht. Der arglose Samson, wiewohl er vom stimmstarken Paul Gay als Altem Hebräer in einem klug gebauten Duett gewarnt wird, verfällt der schönen und dämonisch agierenden Dalila vollends.

In einer Wachtraumsentenz steht er abseits und beobachtet sein stummes Double, wie es Dalila erst mit Schwangerenbauch, dann mit zwei kleinen Kindern familiär liebkost.

Dabei weiß er, dass Dalila eine Fremde ist und im anderen Lager steht. Über das Thema Glaube sprechen die Liebenden nicht – es steht für beide außer Frage, dass ihre Verbindung unter den gesellschaftlichen Umständen inakzeptabel ist.

Gerade darum heuchelt Dalila ihm immer stärker Liebe vor. Wie raffiniert sie dabei vorgeht! Wie glaubhaft!

"Samson et Dalila" in Berlin

Ein tolles Künstler:innenteam um Anna Lapkovskaja vor und hinter der Bühne: Applaus für „Samson et Dalila“ in der Staatsoper Unter den Linden. Foto: Franka Maria Selz

Sie verlangt als Liebesbeweis, er solle ihr das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft verraten. Einige Male schon hat sie das getan, berichtet sie dem Oberpriester, aber Samson sei vorsichtig und habe ihr nur falsche Antworten gegeben, die der Überprüfung nicht standhielten.

Samson wiederum verlor wohl schon fast den Verstand vor Liebe.

Statt zu bemerken, dass sie immer mehr von ihm verlangt und ihr Ansinnen nur auf Vertrauensbruch abzielt, geht er auf ihre Wünsche ein.

Sie aber ist schlau und hält sich mal zurück, um dann sogar krass ablehnend zu werden. Doch auch dabei noch kocht sie die Emotionen hoch, schlägt ihn sogar, reizt ihn zu einem sexuellen Akt, der Züge gegenseitiger Vergewaltigung trägt.

Und da wird er weich.

Sie wiederum zögert nicht, ihn und damit auch sein Volk um die Lebensrechte zu bringen.

Dalila schneidet Samsons Haar ab, denn in ihnen lag sein Geheimnis: Solange seine Haare nicht geschnitten wurden, hatte er seine übergroßen Kräfte.

Es ist die Auflage der von Gott kommenden Befähigung, die Haare niemals zu kürzen.

Samson – ein tragischer Fall aus Sicht von Frisören. Vor allem aber leidet er unter dem größten Verrat, den eine scheinbar Liebende nur begehen kann.

"Samson et Dalila" in Berlin

Im Wandelgang in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin lässt sich vorzüglich über die spannenden Themen der Oper nachdenken. Foto: Franka Maria Selz

Gott hatte ihn ja vor Dalila gewarnt. Das große letzte Duett der beiden beginnt zwar mit süßen, unendlich liebevollen Klängen. Man könnte da wirklich meinen, das innigste Liebespaar der Weltgeschichte zu sehen und zu hören!

Aber dann mischt sich der Zorn Gottes hinein, ein musikalisches Gewitter hebt an, es dröhnt und droht, es rollt der Donner – umsonst. Samson erfühlt zwar, dass er falsch handelt, aber er kann nicht anders, der erotische Reiz und auch die Finesse von Dalila haben ihn bestrickt.

Die Folgen dessen sind fürchterlich. Die Philister dringen zu ihm vor, reißen den seiner Kraft Beraubten vom Liebeslager, versklaven ihn. Dalila aber triumphiert.

Natürlich zeigt sich hier auch die Angst des Patriarchats vor der Rache der Frauen. Vor allem aber gebührt Samson alles Mitleid, denn er wurde ja wirklich reingelegt.

Wer hat sich nicht schon enttäuscht von einem Menschen gesehen?

Hier ist es nun nicht Faulheit, Eifersucht oder Habgier, sondern wirklich Rache, die sich Bahn brach.

"Samson et Dalila" in Berlin

Dirigent Thomas Guggeis beim Schlussapplaus nach „Samson et Dalila“ in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Foto: Franka Maria Selz

Das ganze Ausmaß von Dalilas Rachsucht offenbart sich im dritten Akt, wenn sie, göttinnengleich in einer schwarz-silbernen Robe im antik inspirierten Jugendstil auftretend, davon singt, wie tief ihre Liebe zu ihrem Gott Dagon ist und wie stark sie sich fühlt, ihr Volk ebenso ermächtigt zu haben wie sich selbst.

Samson aber wird mit anderen Hebräern gefoltert – die Regie lässt sie blutend an Stricken aus dem Schnürboden hängen, in finsterer Sphäre.

Die Philister haben ihn geblendet, um ihn dauerhaft handlungsunfähig zu machen. Ein bei den antiken Völkern beliebtes Mittel, mit gefangenen Feinden umzugehen.

Samson hat alles verloren. Sein nacktes Leben als Gefangener reicht gerade noch aus, um ergreifend von seiner Reue zu singen und Gott um Erbarmen zu bitten. Hoffnung kann er höchstens noch auf gerechte, weil gerechtfertigte Rache, auf Genugtuung haben.

Er soll auf der Siegesfeier der Philister als Spottobjekt zur Verfügung stehen. Vorab wird er gefoltert, herabgesetzt, geschunden.

"Samson et Dalila" in Berlin

Samson wird gefoltert… die Inszenierung von Damián Szifron zeigt Gewalt, ohne sie zu banalisieren oder zu verherrlichen. Foto aus „Samson et Dalila“ von der Staatsoper Unter den Linden: Matthias Baus

Samson bleibt tapfer.

Das Fest der Philister ist Anlass zu fantastisch vieldeutiger Musik. Die Feiernden haben endlich auch ein paar Tänze zu zeigen.

Warum die Damen der als Opernballett auftretenden kleinen Gruppe nun gefühlt zwanzig Minuten lang fast nackt auf der Bühne herumhüpfen müssen, erschließt sich jedoch nicht.

Natürlich sind ihre weibliche Busen schön anzusehen, aber mit etwas Kostüm wären sie noch schöner und vor allem weniger pornographisch in der Wirkung. Sexiness und plumpe Nacktheit – das sind eben zwei verschiedene Dinge, und so viel nackte Haut braucht auf der Bühne einen dramaturgischen Anlass. Natürlichkeit oder Schutzlosigkeit – zwei Gründe für Nacktheit auf der Bühne – sind hier jedenfalls nicht gemeint.

Man kannte auch in der Antike schon durchsichtige Gewänder, die durchaus erotisch und für entsprechende Tänze zur Belustigung der Herrschenden geeignet sind. Da muss man die Tänzerinnen nicht so lange Zeit mit Slips als einzigem Kleidungsstück herumlaufen lassen.

Künstlerisch hat das hier einfach keine Aussage. Es geht in den banal-dekorativen Choreografien von Tomasz Kajdanski auch nicht um irgendetwas, das durch Nacktheit hätte unterstrichen werden können.

Hier wäre mehr wirklich mehr gewesen – zumal die Musik von Saint-Saens so überaus tänzerisch ist, dass man aus der kleinen Balletteinlage hier wirklich etwas hätte machen können.

So ist man fast froh, als die mehr hampelnden als tanzenden Bewegungskünstler:innen in den Hintergrund treten. Das choreografische Niveau passt hier wirklich nicht.

Dafür klappt das musikalisch-sängerische Zusammenspiel auf der absichtlich vollgestellten Bühne, die eine Halle zeigen soll, in der sich Tausende Philister drängen.

"Samson et Dalila" in Berlin

Andreas Schager, bejubelt beim Schlussapplaus nach „Samson et Dalila“ auf der Bühne der Staatsoper Unter den Linden. Foto: Franka Maria Selz

Samson wird halb ohnmächtig den alten neuen Machthabern vor die Füße geworfen. Dalila gibt ihm zu trinken, er weiß, dass sie es ist – und er spuckt sie an.

Den Spott des Priesters kann er ertragen, aber als er mit einem Kelch dem Gott Dagon opfern soll, hebt er zu singen an: In einer bittenden Arie fleht er Jehova an, ihm noch einmal die alte Kraft zu verleihen, um sich wirklich zu rächen.

Als er oben auf einer Plattform zwischen zwei Säulen steht, erfüllt er sein Schicksal und das seiner Feinde – und somit auch das seines Volks.

Er bringt das Gebäude zum Wanken, alle darin sterben – und Samson ist der erste religiöse Märtyrer, der wie ein Attentäter agiert. Er stirbt im Gegenlicht als Held. Vorhang.

Die biblische Vorgeschichte ist übrigens nicht uninteressant: Das Volk der Hebräer:innen geriet demnach als Strafe Gottes unter die Herrschaft der Philister, denn es zeigte Rückfälle zur polytheistischen Religion. Soweit dazu auch eine Anmerkung von Martin Luther, die man nicht oft genug zitieren kann: „Religion ist nicht tolerant.“ Und genau das ist das Problem, wie auch „Samson et Dalila“ zeigt.

Weil aber Religion auch für Werte steht, die unverzichtbar sind – und auch für die emotionale Bereitschaft zu sozialem Handeln – sollte man nicht müde werden, sich mit diesem Themenkreis zu beschäftigen.

Daniel Barenboim, der die Premiere von „Samson et Dalila“ in der Staatsoper Unter den Linden musikalisch leitete, gründete als große Geste der tätigen Versöhnung darum auch das „West-Eastern Divan Orchestra“, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musiker:innen besteht.

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Frieden zu schaffen ohne Waffen – das war und ist eine der Aufgaben der Kunst, auch wenn diese ihre Brückenfunktion durch den Kommerz der Popkultur oft genug verflacht wird.

Noch gibt es genügend Menschen, die die Tiefe einer Oper wie „Samson et Dalila“ empfinden – und die ihren Besuch niemals gegen ein Rockkonzert eintauschen würden.

Aufführungen wie die gestrige in der Staatsoper Unter den Linden beweisen das: Es war ein erfüllendes Nehmen und Geben zwischen den Künstler:innen und dem jubelnden Publikum.

Insofern lohnt sich gerade diese Oper als Einstimmung auf Weihnachten oder auch als Erinnerung an  Chanukka als Feste der Versöhnung und des Friedens.

Licht an! Und seien wir dankbar, dass die Opernhäuser in Berlin weiterhin geöffnet sind.

"Samson et Dalila" in Berlin

Das prachtvolle Haus in der Adventszeit, festlich erleuchtet: Anblick der Staatsoper Unter den Linden in Berlin bei der Ankunft am nächtlichen Theater. Foto: Franka Maria Selz

Die Staatsoper Unter den Linden akzeptiert im übrigen – auch das ist äußerst lobenswert – seriöse ärztliche Atteste, sodass Personen, die sich nicht impfen lassen können und / oder ohne Maske durch diese harten Zeiten gehen müssen, nicht auch noch aus der Kultur ausgesperrt werden. Es wird Sorge getragen, dass diese Gruppe von Menschen weder sich noch andere im Corona-Sinn gefährdet. Man nennt das wohl Solidarität mit Köpfchen!
Gisela Sonnenburg / Franka Maria Selz

https://www.staatsoper-berlin.de/de/

https://www.javierbernardo.com

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