Die Welt des Balletts an einem Tag Vom Bolschoi Ballett übers Wiener Staatsballett bis zum National Ballet of China, vom San Francisco Ballet bis zum National Ballet of Canada: Das Internet macht’s möglich

Der World Ballet Day lockt vor den Monitor

Ein so ehrgeiziges wie glückbringendes Unterfangen: Der World Ballet Day 2017 steht vor der Tür. Faksimile: Gisela Sonnenburg

Selbstverständlich ist ein einziger World Ballet Day im Jahr, also ein Welttag des Balletts pro Kalenderjahr, viel zu wenig. Könnte man nicht wöchentlich oder wenigstens monatlich einen haben? Oder halbjährlich? Nun, wir Ballettfreunde sind es gewohnt, uns bescheiden zu müssen. Genießen wir also, dass es immerhin einmal im Jahr für alle, die Zugang zu einem Internetanschluss haben, nur eines auf dem Planeten zu geben scheint: Ballett, Ballett, Ballett. Und auch der World Ballet Day 2017 verspricht, am Donnerstag, dem 5. Oktober, ein Fest für die Augen, das Herz, das Hirn, die Ohren zu werden: ein Fest voll der schönsten Arbeit der Welt.

Im Fokus stehen jene fünf weltberühmten Compagnien, die den World Ballet Day initiiert haben und die das Gros der Live-Übertragungen an diesem Tag der Ballettarbeit leisten: Das Bolschoi Ballett aus Moskau, das Royal Ballet aus London, das National Ballet of Canada aus Toronto, das Australian Ballet aus Melbourne und das San Francisco Ballet aus den USA.

Auf Facebook, Youtube und vor allem auf der Website www.worldballetday.com gibt es dann jeweils stundenlang Probenarbeit und Interviews zu sehen. Insgesamt zweiundzwanzig Stunden lang!

Der World Ballet Day lockt vor den Monitor

Stars vom Royal Ballet arbeiten hier live fürs weltweite Publikum. So zu sehen bei einem World Ballet Day in der Vergangenheit. Was wohl die Zukunft bringt? Faksimile: Gisela Sonnenburg

Zwanzig Stunden lang bietet zum Beispiel allein das Royal Ballet Blicke hinter die Kulissen, und einen Schwerpunkt wird das Werk von Kenneth MacMillan bilden. „The Judas Tree“, welches als Probenstück bereits angekündigt wurde, ist ein eher selten getanztes Drama des britischen Ballettgenies, dem ansonsten auch Glanzstücke wie „Mayerling“ (www.ballett-journal.de/wiener-staatsballett-mayerling/) und „Requiem“ (www.ballett-journal.de/stuttgarter-ballett-hommage-a-macmillan-outlook/) zu verdanken sind. MacMillan (1992 – 1992) gilt gemeinsam mit Frederick Ashton und Antony Tudor als Bedeutungsspitze des britischen Balletts – zu Recht.

Was es im Einzelnen alles zu sehen gibt, darf natürlich Überraschung bleiben. Achtung und auf die Zeitverschiebungen achten!

Schlaue Fans nehmen sich darum diesen und am besten auch noch den folgenden Tag frei, stehen früh auf, bleiben lange wach – und putzen ihren Monitor für eine klare Sicht!

Hier vergisst man dann alles andere: Wenn das „Ballet Revolución“ sein Temperament in Tanz umwandelt, gibt es kein Halten mehr. Da sind Leidenschaft und Schönheit zu heißen Rhythmen vereint, und das neue Programm verspricht, noch fetziger zu sein als jedes andere zuvor. Unbedingt rechtzeitig hier hier Tickets sichern unter: www.bb-promotion.com – und richtig Spaß haben! (Das Foto stammt von BB Promotion / Anzeige)

Aber weil fünf Compagnien nicht ausreichen, um das ganze Weltballett wenigstens ansatzweise zu zeigen, und weil diese fünf zudem eine außerordentliche Strahlkraft und also Mitmacheffekte haben, hängen sich manche weitere Compagnien einfach ran und lassen sich als Gäste beim World Ballet Day präsentieren.

So das National Ballet of China, das es aus europäischer Sicht endlich intensiv zu entdecken gilt. Ein asiatischer Schwerpunkt ergibt sich dieses Jahr insofern, als auch das National Ballet of Japan und das Singapore Dance Theatre mit dabei sind.

Es ist zwar ungewöhnlich, für Journalismus zu spenden – aber das Ballett-Journal ist arbeitsintensiv und zeitaufwändig – und muss ganz ohne öffentliche Fördergelder auskommen. Bitte spenden Sie jetzt! Jeder Euro zählt. Vielen Dank.

Und das Wiener Staatsballett macht auch mit, es bäckt – eine Nummer kleiner – auf seinem Facebook-Account eigene feine Brötchen. Es wird dort nämlich enthüllen, wie weit die Proben für die kommende Premiere in Wien am 31. Oktober gediehen sind. Auf dem Wiener World-Ballet-Day-Programm steht – passend zum Londoner Plan – ein Probenausschnitt aus Kenneth MacMillans „Concerto“, und zwar exakt von 15 Uhr bis 15.30 Uhr.

Der World Ballet Day lockt vor den Monitor

Starchoreografen live bei der Arbeit zusehen – der World Ballet Day macht’s möglich! Faksimile: Gisela Sonnenburg

Da heißt es, pünktlich zu sein, um alles mitzubekommen – ansonsten lohnt sich am World Ballet Day aber auch das lässige Zappen kreuz und quer durch die Präsenzen von Ballettcompagnien im Internet. Mit einem Schwerpunkt auf, na, das ist doch logisch, www.worldballetday.com. Viel Vergnügen!
Gisela Sonnenburg

www.worldballetday.com

ballett journal