Liebe, die mit Blut zu tun hat Der „Tanz der Vampire“ lockt nach Köln – in ein weltweit erprobtes Musical

Der Tanz der Vampire lockt nach Köln

Der Professor Abronsius (Victor Petersen) und sein studentischer Assistent Alfred (Tom van der Ven) sind im Grunde ihrer Herzen Abenteurer. So zu sehen und zu hören im Kölner Musical Dome im „Tanz der Vampire“. Foto: Jens Hauer

Blutsauger, die singen und tanzen können? Ja, das gibt es: Und zwar beim „Tanz der Vampire“, der sozusagen schon einmal um die Welt gezogen ist und jetzt bis zum 29. September 2018 im Kölner Musical Dome campiert. Aber nicht etwa, um sich auszuruhen, sondern um zahlreiche Auftritte zu absolvieren. Außer montags, denn da schlafen Vampire bekanntlich, um sich von den anstrengenden Wochenenden zu erholen. Aber sonst geht täglich die Luzi ab, und fürs Publikum ist das Auf und Ab der Gefühle wie ein mitreißender Sog. Denn die Geschichte geht ans Herz – und die Optik ist berauschend! Die Musik – es wird mit viel Schmelz, aber sehr verständlich auf deutsch gesungen – stammt von Jim Steinman, und die Regie kommt tatsächlich vom Originalschöpfer dieses rabenschwarzen Stücks: von Meisterregisseur Roman Polanski höchstpersönlich. In vierzehn Ländern jubelten die Menschen diesem Tournee-Bravour-Werk live schon zu. Jetzt ist in der rheinischen Metropole Köln dazu ausgiebig Gelegenheit – und Alt und Jung, Ballett-, und Opernfans, Film- und Musikfreaks, Schlager- und Chansonfreunde, sie alle finden Berührungspunkte zu diesem einzigartigen Konglomerat aus Tanz und Musik, Show und Gesang.

Klar, man kennt die Story aus dem Kino oder aus dem Fernsehen. Polanskis Film, mit Sharon Tate als rührende, süß-verliebte Jungheldin Sarah, zählt zu den Klassikern und hat das Genre der Vampirfilme revolutioniert.

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Musik, Tanz und weitere Liveshow-Elemente haben aber noch ganz andere Möglichkeiten, um diese Lovestory mit einem Touch von Geisterbahn zu illustrieren und uns nahe zu bringen. Ganz nah. Noch näher. Bis unter die Haut.

Natürlich gruselt es einen. Der angenehme Schauer muss aber sein, wenn es in der Bühnenhandlung heißt: Wir befinden uns in Transsylvanien, wo der kauzige Wissenschaftler Abronsius, der einem gewissen Einstein nicht ganz zufällig ähnlich sieht, mit besten Absichten auf der Suche nach realen Vampiren ist. Im Schlepptau hat er seinen attraktiven Assistenten Alfred.

Die zwei wollen die Existenz der sagenumwobenen Blutsauger beweisen und sie – sozusagen im Rahmen eines Artenschutzes – dann vor Unheil bewahren. Schließlich gelten Vampire als Sinnbilder des Bösen, sie wurden stets dämonisiert und zu teuflischen Feindbildern erklärt.

Abronsius kostet diese Suche gleich zu Beginn schon fast das Leben. Denn der Winter in Transsylvanien ist streng und der Herr Professor kein Überlebenskünstler. Doch Alfred kann seinen Mentor vor dem Tod durch Erfrieren so gerade noch erretten.

Abronsius und Alfred finden Unterkunft bei einem dubiosen Wirt, dessen hübsche Tochter Sarah dem jungen Alfred sehr gefällt. Und nicht nur ihm…

Der Tanz der Vampire lockt nach Köln

Graf Krolock (David Arnsperger) ist ein charmanter Mann – und Sarah (Maureen Mac Gillavry) ist ein junges Mädchen… mehr davon im „Tanz der Vampire“ im Kölner Musical Dome. Foto: Jens Hauer

Die Begegnung mit dem Vampirgraf von Krolock verändert dann das Schicksal dieser Menschen – und wird tiefgreifende Folgen für die gesamte Menschheit haben.

Die Vampire, die Menschenblut saugen und ihre Spezies vermehren, indem die Gebissenen auch zu Vampiren mutieren, werden hier den mystischen Rätseln gerecht.

Liebe und Gier in beständiger Eintracht – von einer Prise Todesahnung angereichert, donnert hier musikalisch eine mächtige Kulturgeschichte des Schauderns vorbei. Die „Total Eclipse oft he Heart“ von Bonnie Tyler bildet den melodiösen Grundstock zum Leitsong des Stücks („Totale Finsternis“). Auch Meat Loaf und David Bowie werden musikalisch zitiert, und wenn der Graf zu singen anhebt, dann vereinen sich Pop, Rock, Chanson und Klassik.

Der Graf, ohnehin die eigentliche Hauptrolle hier, wird von David Arnsperger mit souveränem Charme gesungen und verkörpert. Das ist mal ein Überheld!

Als Sarah reüssiert Maureen Mac Gillavry. Sie kann stimmlich zaubern, wenn man so will – und weiß, wie eine junge Frau mit Juchzern im Gesang Sehnsüchte weckt.

Dass unsere Lieblinge flugs Gefangene jener Subjekte werden, die sie eigentlich untersuchen wollten, und dass der zu Beginn so tolerante Professor dann doch Vampire mit einem Pfahl im Herzen töten will – daran erinnert sich vermutlich jeder, der den Film mal gesehen hat.

Der Tanz der Vampire lockt nach Köln

Im Schloss herrscht eine eigenartige Atmosphäre… ob das an den Vampiren liegt? Toleranz und Gastfreundlichkeit auf vampirisch bitte hier erleben: beim „Tanz der Vampire“ im Kölner Musical Dome. Foto: Jens Hauer

Es ist aber etwas ganz anderes, so eine Geschichte auf einer großen Bühne zu sehen, mit einer opulenten Ausstattung und unterlegt von dramatischer, rhythmusstarker Musik.

Im Duett mit dem Tom van der Ven singt Sarah herzzerreißend von Freiheit („Draußen ist Freiheit“) und illustriert zugleich, welche Schaulust ein wörtlicher, ballartiger „Tanz der Vampire“ mit schwarz glänzenden Capes entfachen kann.

Dabei wird gerade Sarah noch für eine böse Überraschung gut sein…

Victor Petersen als Professor Abronsius kann zuvor seinen Countertenor ganz in den Dienst der Sache stellen und als wunderlicher, immer ein wenig zerstreut wirkender Wissenschaftler die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Es ist zwar in Deutschland noch ungewöhnlich, für journalistische Projekte zu spenden, aber wenn man die Medienlandschaft um das Ballett-Journal ergänzt sehen möchte, bleibt keine andere Möglichkeit. Im Impressum erfahren Sie mehr. Danke.

Drei Stunden (inklusive einer Pause) teilen wir hier Freud, Abenteuer und Leid des jungen Liebespaares und erleben all die skurrilen Figuren, die dem Paar auf ihrem Weg begegnen.

Da folgen Deftiges auf Mysteriöses und höchst Erhellendes auf absolute Finsternis. Letztlich bleibt kein Zweifel: Der „Tanz der Vampire“ ist das einzige Musical, das erklärt, warum die Menschheit so ist, wie sie ist.
Rena Wittstock / Gisela Sonnenburg

Bis 29. September 2018 im Kölner Musical Dome

www.bb-promotion.com/veranstaltungen/tanz-der-vampire/

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